Nochmal zu der Angst – oder welche Gedanken eine Katastrophe auslösen

Gestern das Flugzeugunglück hat mir wieder gezeigt, wie endlich vieles ist. Da steigen Menschen in ein Flugzeug, um wenige Stunden später an einem anderen Ort, bei einem Neubeginn oder dem freudvollen Abschluss einer Reise zu sein und dann ………. endet es mit dem Tod, den niemand so schnell erwartet hatte.

Das Geschehene erschreckt ganze Nationen und die Frage nach dem warum wird überall gestellt, obwohl jeder wissen könnte, dass es so schnell und überhaupt, eine Antwort nicht geben wird.

Das Geschehen hat mich nochmal mit dem Thema Angst konfrontiert. Angst vor dem was passieren könnte. Ich sage oft von mir, ich habe keine Angst, wenn ich z.B. abends alleine durch die Stadt nach Hause gehe. Oder wenn ich ein neues Projekt oder eine Reise plane  ist eine kleine heimliche Angst schon manchmal im Hintergrund,

Am Montag, 23.3.15 hat mich ein Kommentar in der Frankfurter Rundschau von Tom Schimmeck, „Furchtbares Comeback“,  berührt und zum Nachdenken veranlasst. „Aufklärung, Fortschritt und Demokratie sollten sie lindern: die Angst. Doch jetzt herrscht allenthalben Finsternis“, heißt es in dem Untertitel.  Der Autor setzt sich mit der „gesellschaftlichen“ Angst auseinander und stellt dabei fest, dass „Angst ein Herrschaftsinstrument geblieben ist“. Uns wird zwar heute überall vermittelt, dass wir gut informiert sind, dass die Politiker alles in ihrer Macht tun, um uns in Sicherheit zu wiegen. Ich stimme Tom Schimmeck zu, dass vieles eher dazu geeignet ist Zorn zu erzeugen. Dass Angst überall zur Zeit ein probates Mittel zur Macht ist, wird uns deutlich, jeden Tag, wenn wir die Zeitungen aufschlagen, die Nachrichten anstellen,  Twitter  und auch Facebook verfolgen.

„Da wabert tiefe Finsternis. Ätzt sich Tier in die Magengrube. Weil die Welt wirbelt und der Kopf nicht mehr nachkommt. Weil Angst ein Comeback erlebt. Nicht nur bei den Islamisten von Boko Haram, IS und Co. Nicht nur in Nordkorea und Eritrea, in Russland oder China, wo Willkür und Schikane eh uralte Bekannte sind. In USA etwa hat G.W. Bush die „politics of fear“ weit getrieben (und Obama sie nicht vertreiben, wiewohl das sein Hauptanliegen war). Just konnte Benjamin Netanjahu mit einer Angstkampagne die Wahl in Israel gewinnen. Fast überall kann man studieren, wie wirkungsvoll Angst und Hysterie ihre zeternde Schwester, Gesellschaften ins Dunkel treiben. Wie Mächtige, Fanatiker, Rattenfänger – und ja: Journalisten mit ihr spielen. Sie schüren. Um dann, in der Pose des Retters, reiche Ernte einzufahren. Dagegen hilft nicht: Thomas de Maizières neue Anti-Terror-Einheit. Dagegen hilft nur: Besser hingucken, noch mehr verstehen. Und Nerven bewahren. Fürchtet euch nicht!“ so ist es in dem Kommentar zu lesen.

Ich habe mich gestern auch gefragt, was die dauernde Berichterstattung, umgepolt Diskussionsrunden  und ständige Befragung der unterschiedlichen Experten sollte. In keinem Sender wurde der Trauer wirklich Raum gegeben. Stattdessen sollte die Angst durch Expertenwissen,  Politikerbeistand verdrängt werden. Gefühle, wie z.B. die Trauer werden in unserer Über-Wissensgesellschaft eher verdrängt. Da haben mich dann schon die Bilder aus der Stadt aus der 16 SchülerInen und zwei Lehrerinnen bei dem Unglück ums Leben kamen berührt. Die Menschen haben schweigend Anteil genommen, Kerzen an der Schule angezündet und in den Kirchen ihrer Trauer Raum gegeben.

Die Angst was heute – morgen ist oder werden kann –  kann dir keiner nehmen, außer du selbst indem du den Tag der dir heute gegeben ist aktiv und wach lebst. Dich heute wo es gefragt ist „bewegst oder etwas bewegst“.

 

 

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