Visaverlängerung – oder warum ich gerade in Vientiane im Joma sitze

Kurztrip nach Thailand

image Wer es kennt, weiß, dass das Bild im Joma in Luang Prabang ist, passt trotzdem. Ich sitze im Joma in Vientiane und vor mir ein guter Kaffee. Mein abgelaufenes Visa hat mich hierher geführt. Ein Touristenvisum darf man zweimal verlängern, dann muss man ausreisen und erst bei der erneuten Einreise und den obligatorischen 31 USD dar man wieder 30 Tage bleiben. Ber und Markus dachten, das wir vielleicht auch so eine kurze Verlängerung bekommen, denn am 15. August will ich sowieso für ein paar Tage nach Kambodscha reisen. Leider blieb ihr Bemühen erfolglos, so dass dann am Montagmorgen feststand, ich muss raus, will ich nicht eine Strafe für Visavergehen riskieren. In aller Eile organisierte Ber einen Flug für mich, 13:45 Uhr Flug Nr QV 102 nach Vientiane. In der ganzen Eile haben sie dann auch noch meinen Mädchennamen auf das Ticket gesetzt. Aber, oh Wunder, das fiel niemand auf, so genau schaut dann keiner mehr hin. In Vientiane holte mich Jan, ein Freund der Familie ab und brachte mich unvermittelt zum Busbahnhof , wo ich dann 15 Minuten später für 22 000 KIP, ( ca. 2€) im Bus nach Udon Thani in Thailand saß. Da wurde mir erst bewußt, das ich eigentlich gar nicht so recht wusste, wo und wie weit das ist, geschweige, wie ich das weiter gestalten sollte. Also erst mal über die Grenze. Immer aus dem Bus raus Passkontrolle, dann wieder den Bus suchen, rein, über die laotisch-thailändische Freunschaftsbrücke zur nächsten Grenzstation. Dann weiter eineinhalb Stunden bis nach Udon. Während der Fahrt hatte ich genügend Zeit darüber nachzudenken, wie es weitergehen sollte. Sollte ich eine Nacht in Udon verbringen und am nächsten Morgen wieder zurückfahren oder gleich wieder zurück? Als ich in Udon ankam läset die Stadt in mir nicht das Gefühl Bleiben zu wollen aus. Also raus aus dem Bus und in der Station den Ticketschalter für die Fahrt zurück gesucht. Dort stand ein Schild, no visa no ticket! So war es dann auch, der Mensch am Schalter inspizierte meinen Pass und schüttelte den Kopf. „Minibus to border“, hörte ich und der Arm wies aus der Busstation hinaus. Okay, ich folgte der Richtung, die er angezeigt hatte und da standen Minibusse. Auf meine Frage. „Is this the bus to the border“, winkte der Thai hektisch einem gerade anfahrenden Bus  und mir rief er „ticket there“ zu. Für 200 Bat, ich hatte zum Glück in Luang Prabang mein restliches thailändisches Geld, was ich noch von meiner Reise mit Birgit besaß, ca. 600 BAT, eingesteckt, erwarb ich ein Ticket zur Grenze. Ich stieg in den wartenden Bus und ab ging es zurück nach Laos, hoffte ich innig. Was mich jetzt beschäftigte war, ob die Grenze, wie an anderen Stationen auch, (in Houay Xay war es 18 Uhr gewesen)  irgendwann geschlossen würde. Ich wälzte meinen Reiseführer, den ich zum Glück mitgenommen hatte, aber darüber war nichts zu lesen. Okay sagte ich mir, ich ergebe mich in die Situation. Es wird ,wie immer,  sich eine Lösung auftun. Ich lasse los und erwarte was kommen wird. Notfalls übernachte ich an der Grenze.  Der Minivan hielt unterwegs an etlichen Stellen. Menschen stiegen aus, kaum einer sprach ein Wort. Ich hatte beim Einsteigen nochmals bestätigt, dass ich nach Vientiane wollte. Gegen 19 Uhr hielt der Bus erneut an, die Frau, die neben mir gesessen hatte, stieg aus. Als der Bus wieder anfuhr rief aus dem hinteren Teil ein Mann “ Vientiane Laos!“ und ich „yes“. Daraufhin rief er etwas in Thai, worauf der Busfahrer erneut anhielt und der Mann gab mir zu verstehen, dass ich hier raus müsste.  Ja wir waren an der Grenze und der Bus fuhr wieder zurück, fast mit mir dabei. Ich folgte nun zu Fuß den Menschen, die auch so aussahen, als wollten sie über die Grenze. Die Thaigrenze passierte ich problemlos. Dann musste ja die Brücke überquert werden, um nach Laos zu gelangen. Für 20 BAT erstand ich ein Busticket und zehn Minuten später kam ein großer klappriger alter Bus in den alle, die dort gewartet hatten, einschließlich mir, einstiegen und ab ging es über die Brücke. Auf der anderen Seite angekommen erkannte ich die Grenzstation wieder, die ich vor Monaten bei meinem Besuch in Thailand mit Ber und den Kindern schon mal gequert hatte. Sie war beleuchtet und an dem Schalter mit der Aufschrift Visa Imigration, saß ein Beamter in Uniform. Also ich würde hoffentlich mein Visa bekommen und wieder in Laos einreisen. Ich füllte, wie gewohnt das Einreisepapier aus, fügte mein Passbild hinzu. Es war mittlerweile das Achte oder Neunte und ich fragte mich, was sie wohl mit so vielen Bildern von mir machten. Naja es waren drei oder vier verschiedene, so dass ihre Galerie wenigsten abwechslungsreich war. Die letzten waren sogar aktuell aus Laos, während ich vorher all meine alten Passbilder, die ich noch besessen hatte, gegen ein Visa eingelöst hatte. Der Grenzbeamte war wenig gesprächig. 31 Dollar, war das einzige was er hervorbrachte, die ich ihm auch freiwillig reichte. Bei meinem Warten auf die Fertigstellung des Visas, sprach mich ein laotischer Taxifahrer an, “ Tuktuk Vientian, 100 000 KIP“. Ich lehnte erst mal ab und sprach den „Fralang“ (Ausländer) an, der vor mir seinen Pass in Empfang genommen hatte, ob er auch nach Vientiane fahren würde und ob wir zusammen fahren könnten. Er, das war jetzt zum zweiten Mal schon, dass ich sowas erlebte, schaute zur Seite, reagierte nicht und entfernte sich schnell mit seinem Driver, den er wohl engagiert hatte. Okay, sagte ich mir, er kann nicht anders, schade und ich wand mich wieder dem Tuktukfahrer zu. Wir verhandelten um den Preis. Ich setzte mein weniges Laotisch ein, was immer Wunder wirkt. Wir einigten uns auf 75 000 KIP, was sicher noch ein guter Preis für ihn war. Er erprobte dann auf der Fahrt mein bisschen Laotisch und ich war stolz und froh eine kleine Unterhaltung mit ihm führen zu können, über wo ich lebe und Laobeear, an deren Brauerei wir vorbeifuhren. In immerhin einer guten halben Stunde brachte er mich zu dem Guesthouse, was ich mir zuvor im Reiseführer herausgesucht hatte. Dort angekommen erkannte ich auch die Umgebung wieder, dort war ich mit Ber damals auch gewesen. Das Guesthouse war leider voll, aber gleich um die Ecke das Laosilkhotel hatte ein Zimmer für 210 000 KIP, was mir gefiel. Das WiFi funktionierte auch, denn ich hatte Janick versprochen mit ihm wieder in Kontakt zu treten, um ihn bei der Fertigstellung seiner Bachelorarbeit moralisch zu unterstützen. Mit einer leckeren Pizza und einer Flasche Laobeear beschloss ich den Abend und meine erfolgreiche, zwar schon ein bisschen stressige, Visaverlängerung. Den nächsten Tag verbrachte ich in Vientiane machte ein paar Einkäufe im heimischen DahLat und entschloss mich den Sleeping – Nightbus für 175 000 KIP für den Heimweg zu buchen, so dass ich am nächsten Morgen rechtzeitig zum Laounterricht wieder in Luang Prabang sein  würde.

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