Aupair50+ – zurück in Deutschland

Ein Jahr Auszeit –  ein Traum ist erfüllt Sabsaaidii jao sabaaidii bo? Koi sabaaidii koop jai jao dee? Hallo, wie geht es dir?                           Danke mir geht es gut und dir?

Noch einmal drücken

Noch einmal drücken

Laos – wer einmal in diesem bezauberndem Land war, möchte zurückkehren, an einen der wundervollsten Flecken unserer Erde, in ein Land, das etwas lebt, was wir verlernt haben: Entschleunigung.“ (Erik Lorenz, Lesereise Laos –  Vom Schwinden der Silberfäden) Am 7. Oktober 2014 kehrte ich, nach genau einem Jahr, von meinem Experiment als Aupair 50plus, aus Laos nach Deutschland zurück. Ein Traum hatte sich erfüllt und ich war erfüllt und bereichert durch die positiven Erfahrungen und die vielen Begegnungen mit den Menschen in Laos. Ein Jahr lang durfte ich die Entwicklung von zwei Kindern, Luca (4 Jahre) und Delilah (6Jahre) begleiten und die Schwangerschaft und Geburt des  kleinen Ellias-Lewin erleben. Von Oktober zu Oktober erlebte ich einen Jahresrhythmus in Laos mit Trocken- und Regenzeit, mit vielfältigen Festen und Traditionen mit High- und Lowseason, mit Schul- und Ferienzeiten, mit den jahreszeitlichen Früchten und den Aktivitäten der Menschen in der Landwirtschaft. Ich erlebte den Mekong und Nam Khan mit Niedrigwasser, Sandstränden und Gärten an den Ufern, so wie das Hochwasser bei Starkregenereignissen aufgrund der Regenzeit. Ich erlebte das Kommen, den Auf- und Abbau der Bambusbrücken über den Nam Kham, die den Weg zu den Häusern und Dörfern jenseits des Flusses sehr verkürzten. Ich erlebt gleich vier Neujahrsfeste: den ersten Januar das Neujahrsfest der christlichen Länder, das Neujahrsfest der Mhonks, eine der ethnischen Bevölkerungsgruppen in Laos im Januar, das chinesische Neujahrsfest im Februar und das legendäre Pi Mai, das Wasser- und Neujahrsfest der Laoten im April. Ich hatte viel Gelegenheit und Muße zu beobachten, zu erlauschen,  zu erspüren und auszuprobieren, was das Leben dort so besonders macht oder wie die Menschen es jeden Tag schaffen trotz Schlicht- und Einfachheit, trotz Armut Zufriedenheit und Gelassenheit auszustrahlen. Ich hatte Gelegenheit viele Tempel zu besuchen, Mönche zu erleben, an ihren Tempelfesten teilzunehmen, sie bei den morgendlichen Almosengängen zu beobachten und die friedlichen Bilder der umherwanderten Mönche in ihren orangroten Roben mit ihren Sonnen- und Regenschirme zu genießen. image Ich genoss und vermisse nun sehr die immer aufs Neue verzaubernden Sonnenuntergänge am Mekong.   P1050398  P1050411 „Ich habe meinen Schritt noch an keinem Tag bereut und meine mitgebrachte Gelassenheit und Flexibilität ist hier gut am Platz und kann nach laotischem Muster wachsen“, das habe ich im Dezember 2013 bei einem ersten Bericht geschrieben und kann es heute, nach einem Jahr nur bestätigen. Zurück in Deutschland wünsche ich mir, dass ich mir die Gelassenheit bewahren kann und dass die Deutschen ab und an mal etwas mehr  ‚Chaos‘ zulassen und lieben könnten. Mein Aupair Status, bzw. meine Aupairaufgaben habe ich gut gemeistert und gelernt, dass vieles geht, auch wenn es nicht geplant und somit ganz spontan ist. Das Zusammenleben oder Erleben mit den Kindern war zunehmend von einem innigen Verhältnis, eben wie zu einer Oma, geprägt. Dass die Oma gut drauf war und das meiste mitgemacht hat und wenig schreckhaft war, wenn die Kinder sich in ihrer Freiheit erprobten kam beiden Seiten zugute. Ich hatte mein Herz geöffnet nicht nur für meine zwei Familienkinder, sondern auch recht schnell für Lucy, Allec, Potter und Andar, für Namsaa, Mi und Neunung, alles Kids der Kindergruppe  in der ABC-Preshool von Peter und Linda, die ich dort fast ebenso ein Jahr lang, Montag bis Freitag, morgens für 2-3 Stunden betreute. Wir freundeten uns an in einer Zeit, als die Kids noch kein Englisch und ich kein Laotisch sprechen und verstehen konnte und unsere Freundschaft hielt bis zum Schluss. Mit den besten Freunden von Luca und Delilah, Nimtschau, die Vietnamesin und Schulkameradin von Delilah, Po, dem Laotenjunge von Gegenüber, Nana und David, den Kinder von Peter und Linda, Besitzer und Betreiber der Preshool, habe ich gerne viele Stunden verbracht. In der Familie habe ich mich wohl und angenommen gefühlt. Sie haben mir einen lebendigen Einblick in das laotische und das Leben von „Falangs“, das sind die Fremden oder Ausländer gegeben. Sie haben mich mit auf größere und kleine Reisen genommen und mir ermöglicht, dass ich immer dann, wenn Freunde mich besuchten, im Land und in die Nachbarländer reisen konnte. Ber, die laotische Mutter hat mir einen tiefen Einblick in die Kultur und kulturellen Traditionen ihres Heimatlandes gegeben. So erlebte ich hautnah die Schwangerschaft und Geburt des dritten Kindes, Ellias-Lewin mit, ganz eingewoben in laotische und buddhistische Bräuche. image Ich habe in Laos viele Freundinnen und Freunde gewonnen, die mir alle ein Stück von ihrem Leben gezeigt haben und mir mit viel Offenheit begegnet sind.

Alle aus Suan Maak

Alle aus Suan Maak

Wieder zurück in Deutschland brauchte ich eine ganze Weile um auch „mit meiner Seele“ und „allen Geistern“ hier wieder anzukommen. Plötzlich war mir hier vieles vertraut und doch ganz fremd. Von meinen weißen Baumwollfädchen am Handgelenk, von der Baci-Zermonie am Ende meiner Laos Zeit, die auch meine zweiunddreißig Geister bei mir halten sollen, sind bis heute noch ein paar übrig geblieben. Es sind scheinbar nur ein paar Fäden und doch viel mehr. Leben und Freundschaft, gute Wünsche und Gelassenheit aus einer ganz anderen Welt. Einer Welt, die auf Fremde, Freunde und Touristen einen Zauber ausübt, ja ich habe mich in Laos verliebt und ich werde ganz sicher wieder einmal zurückkehren.

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