Der Neue ist da!

IMG_Auto_02-2016 und steht auf seinem lange verwaisten Parkplatz Nr 12 in der Tiefgarage.

Im November bestellt ist mein neuer Peugeot 2008 Anfang Februar bei mir eingetroffen. Die kurze, aber heftige Story Drumherum ist schnell erzählt. Am 8. Februar habe ich den Neuen selbst zugelassen, nachdem ich Versicherung, Wunschkennzeichen, Schilder und Winterräder alles organisiert hatte. Nur von Sixt, wo der Wagen geordert war, war nichts zu hören.

Nach der Anmeldung, ich war gleich um 7:30 Uhr bei der Zulassungsstelle, rief ich Sixt an, um zu verkünden, dass ich zum Abholen nach Gießen fahren würde. Dort sagte man mir, dass das Auto zwar mit einer Spedition nach Gießen unterwegs sei, aber aufgrund von Feiertagen – es war Rosenmontag – man nicht wisse, ob es rechtzeitig da sei. „Sie können es in ein oder zwei Wochen haben“, kam mir aus dem Telefon entgegen. Ich fragte die Mitarbeiterin, ich gebe zu etwas aufgebracht, wieso ich und sie doch arbeiten würden, obwohl sie von Feiertagen faselte. Darauf hin bequemte sie wohl ihren Computer und meinte dann, sie würde mich mit Gießen verbinden. Dort meldete die Mitarbeiterin mir, dass der Wagen schon längst eingetroffen sei und ich können ihn in den nächsten Tagen haben. Meine Aufgebrachtheit steigerte sich noch etwas und ich knurrte nur: „nicht in den nächsten Tagen , ich komme in zwei Stunden!“.

Bei strömendem Regen und stürmischem Wind – Sturmwarnung am Rosenmontag 2016 – machte ich mich auf den Weg mit Bahn und Bus nach Gießen. Dort musste man das Auto dann erst noch „suchen“, bis es weißstrahlend vor mir stand. Die Mitarbeiterin montierte mir noch die mitgebrachten Schilder, ließ mich ihr Übergabeprotokoll unterschreiben und um 14:00 Uhr war ich etwas aufgeregt aber strahlend zurück in Wetzlar.

In den nächsten Tagen war mein Auto mit Janick und Pepe unterwegs – ich vermisste es nicht, hatte ich doch über ein Jahr kein Auto besessen. Eher beschlich mich der eine oder andere Gedanke: warum hast du das gemacht? Brauchst du ein eigenes Auto? Es hat doch alles in dem Jahr gut geklappt? Hast du was vermisst? Werde ich viele Sachen beibehalten oder verfalle ich dem allgemeinen „Autowahn“?

Dann fuhren wir, Janick ,Pepe und ich erst einmal in Urlaub, mit meiner Freundin Birgit und ihrem schicken Mercedes in dem wir gut zu Viert passten. Jetzt bin ich schon fast einen Monat Besitzerin eines eigenen Autos. Nach wie vor gefällt er mir und ich freue mich, wenn Freundinnen und Freunde das bestätigen. Jetzt habe ich schon zweimal getankt, erst kam ich mir fast fremd vor an der Tankstelle.

Letzte Woche, als ich bei strömendem Regen zu einem Kundentermin nach Herborn musste, war ich kurz wirklich glücklich, nicht zum Carsharingplatz hinter dem Bahnhof laufen zu müssen.

Ach ja Carshahring, genau, immer noch habe ich oft das Gefühl, dass mein Neuer ein Auto aus dem Pool des Carsharings ist. Er ist noch nicht ganz meiner und mein häufiger Gang in die Tiefgarage irritiert mich fast.

Ich bin über mich erstaunt, welche Gefühle auch damit verbunden sind. Ja, ich war auch stolz auf mich, dass ich das Jahr ohne Auto so gut gemeistert hatte und dass ich gut organisiert war, was meine Mobilität betraf. Jetzt reihe ich mich wieder ein in die allgemeine deutsche Autogesellschaft. Und jedes Mal wenn ich hier losfahre, fehlt mir mein strammer Gang, 15 Minuten hin und 15 Minuten zurück, zum Carsharingplatz oder Bahnhof. Jetzt beim Schreiben merke ich, dass ich genau das sehr bedaure und noch gar nicht weiß, wie ich das kompensieren kann. Und noch etwas ist mir diese Woche aufgefallen, ich gehe knapp und kurz vor erst aus dem Haus, bzw. zum Auto und das kann schon mal knapp zum anstehenden Termin sein. Auch das ist ein interessantes Phänomen meiner Persönlichkeit, was sich rasch wieder eingeschlichen oder bemerkbar gemacht hat. Ich lerne wieder meine alten Seiten kennen, die nur weg waren, weil das andere es nicht zugelassen hat.

Jetzt kommt es darauf an, wie ich Veränderung in das neue/alte Leben integriere, die da wären, mehr Zeit, mehr Bewegung, weniger Auto und Bewusstsein für die Bewahrung von den positiven Begleiterscheinungen der besitzfreien Autozeit. Wie z. B. heute mein Trip nach Gießen, hätte genauso gut mit Bahn und Bus  geschehen können. Hier braucht es jetzt ein neues Bewusstsein für ökologische klimaverträgliche Maßnahmen – trotz eigenem Auto!!

Die Story ist wahrlich noch nicht am Ende.

 

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