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Die Seidenstraße und die Oase Dunhuang

Von Zhangye aus fuhren wir mit dem Schnellzug nach Dunhuang, die erste Oasenstadt am Rande der Gobi- (im Norden), der Kumtag  und der Taklamakanwüste (im Südwesten).

Am Bahnhof Zhangye beginnt die Story meines Schweizer Messers, das ich in meiner Bauchtasche hatte, denn schon im Zug nach Zhangye haben wir damit einen Apfel geschält und geteilt. Also hier Teil 1: man beachte, das Messer war in Kunming und in X’ian bei der Bahnhofsicherheitskontrolle ohne Auffälligkeit mitgereist. Ihr müsst wissen, beim Eingang in einen Bahnhof werden alle Gepäckstücke durchleuchtet, wie bei uns am Flughafen. Nun in Zhangye hält mir eine Sicherheitsfrau nach der Durchleuchtung das Messer hin und vermittelt, dass es nicht zulässig sei. Ich protestiere. Es gibt einen Disput hin und her (sie sprechen kein oder nur zwei Brocken Englisch).  Inzwischen waren zwei Polizisten dazugetreten und winken mit finsterer Miene, dass ich weiter gehen solle.  Die Sicherheitsfrau wirft das Messer in eine Kiste. Ich, ihr könnt euch vorstellen, grummele, packe meinen Koffer wiede zu und ziehe ab. Im Warteraum rege ich mich noch richtig auf. Als ich wenige Minuten später meinen Bauchgurt öffne um nachzuschauen, dass alles andere noch am Platz ist, finde ich mein Messer und kann es kaum fassen. Was war da passiert, bzw. was für ein Messer hatte die Frau da in der Hand?  Das ganze kam mir spanisch, nein chinesisch vor.

Der Zug kam pünktlich und war voll wie immer. Die Landschaft änderte sich hin zu Wüste, Steinwüste, schwarze Steine und Felsen, eine Mondlandschaft. Nach dreieinhalb Stunden, immer durch diese Mondlandschaft, die Abwechslung waren Hügel oder Berge, erreichten wir Linguan. Dort stiegen wir aus, denn das ist der Bahnhof, der am nächsten, 130 km entfernt,  für Dunhuang  liegt. Später hörten wir von unserem Guide, dass die Schnellbahntrasse von Russland gebaut sei und man auf dem Reißbrett die Linie gezogen habe und da sei Dunhuang eben daneben gelegen. Wir wurden von einem Fahrer, wie verabredet, abgeholt und in eineinhalb Stunden ging es auf einer kerzengeraden Straße durch ebendiese Mondlandschaft, schwarz, grau und Steine, manchmal einzelne Gestrüppsträucher, sonst nichts. ach doch vereinzelt waren Kamelherden zu sehen, in Richtung Dunhuang. Wir sahen auch große Erdbewegungen und den Ausbau der Straße zur vierspurigen Autobahn, neue Seidenstraße läßt grüßen. Der Verkehr zur Zeit wenige LKWs und fast noch weniger Pkws.

In Dunhuang angekommen  machten wir uns auf den Weg den Nachtmarkt, wie er im Reiseführer beschrieben steht, zu erkunden. Es war ein ‚local market‘ auf dem die Einheimischen alles kaufen können was sie für ihren Alltag brauchen: Obst und Gemüse, Brot und Fleisch, lebende Hühner, Nüsse aller Art, Rosinen verschiedener Sorten, Kleidung und Haushaltsgegenstände.

     Sorry um die kleinen Bilder, aber im Moment bekomme ich es nicht anders hin. Entweder liegt es an dem schlechten Internet hier oder an mir :(. 

Zum Abendessen  suchen wir ein local Restaurant auf und anhand von Bildern an der Wand wählen wir aus Nudelgericht mit Huhn und Gemüse für mich und nur Gemüse für Birgit. Auf dem Heimweg, am Fluss entlang, sahen wir besondere Attraktionen, Plattformen und Schiffnachbildungen im Fluss, die man über schmale Fußtritte im Fluss erreichen konnte.

Am nächsten Tag wartet morgens schon Adam, der englischsprachige Guide auf uns in der Hotellobby. Heute stehen die Mogao Grotten und die singenden Dünen von Dunhuang auf dem Programm. Die Mogao Grotten (Quianfodong) , seit 1987 Weltkulturerbe, sind in den Sandstein  gegrabene Buddhahöhlen, die ersten von 366 n Chr.. Bis ins 13. Jahrhundert entstanden hier bis zu 1000 Höhlen. Die Höhlen sind sehr gut erhalten und wunderbar ausgestattet mit Figuren und Gemälden.

              

Die Führung ist wieder gut organisiert und auf Massen von Besuchern ausgelegt (zum Glück sind heute nur vielleicht 300 mit uns). Erst sieht man zwei Filme über die Entstehung und wie sie heute aussehen, dann wird man mit einer Guide Vorort durch acht Höhlen geführt. Wir waren sehr beeindruckt.

Bei dem einchecken zu den Filmen haben wir ein amerikanisches Ehepaar, Naseen und Mike, kennengelernt. Sie waren auf Geschäftsreise in China und jetzt noch auf einem Abstecher in Dunhuang. Weil wir uns sehr nett unterhalten haben und unser Auto, für diesen Tag,  8 Sitze hatte, luden wir beide ein mit uns den Tag zu verbringen. Es war nett und sehr interessant, wir tauschten uns über USA, Deutschland und chinesische Gepflogenheiten mit beiden und unserem Guide sehr lebhaft aus. Adam brachte uns zum Lunch in ein local Restaurant, endlich konnten wir einmal fragen, was das alles für Gerichte sind. Anschließend zeigt er uns auf unsere Bitte hin ein Café mit wirklich gutem Cappuccino und Espresso.

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X’iang nach Zhangye

Von X’ian sollte unsere Reise weiter mit dem Transrapid nach Zhangye gehen. Der Weg dahin brachte uns die erste Erfahrung mit der Metro in X’ian. Der Nachtportier, den wir nach einem Taxi gefragt hatten, hat uns die Metro empfohlen, die Station sei in der Nähe es sei nur wenige Stationen und wir wären direkt am Nordbahnhof, wo die Schnellzüge abgehen. Damit wir zurecht kämen schrieb er uns einen Zettel, der sich dann auch als absolut hilfreich erwies.

Auf dem Weg wurden wir ganz oft angesprochen, wo wir her kämen. Viele wollten uns vermitteln, dass sie ein wenig englisch können und einer sogar zwei Brocken Deutsch.

Am Bahnhof angekommen, zeigte sich, wenn man einmal das System erfasst hat, ist es immer das gleiche Prozedere. Mit dem Unterschied, dass die Schnellbahnbahnhöfe fast alle ganz neu und entsprechend modern mit Anzeigetafeln in zwei Sprachen ausgestattet sind. Im Zug selbst ist es, so unsere Erfahrung aus drei Strecken, sehr voll und unsere großen Gepäckstücke mussten immer gesondert untergebracht werden. Aber auch das gewinnt Routine, zumal unsere Tickets bisher immer im gleichen Wagen Nr.2 waren.

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In Zhangye angekommen erwartete uns eine nette junge Frau mit Handyübersetzung. Sie fuhr uns auch am nächsten Tag zu den Regenbogenbergen. Am ersten Abend, es war schon nach 21 Uhr suchten wir noch nach einer Essensglegenheit. im Hotel war schon Feierabend. So brachte uns die Hotelmanagerin, die als einzige etwas englisch reden konnte, zu einer Suppenküche gegenüber. Dort bekamen wir noch eine Nudelsuppe. Am nächsten Tag waren die Regenbogenberge, der geologische Park, Linze Danxia Park, angesagt. Nach einer halben Stunde mit dem Auto erreichten wir eine riesige Museums- bzw. Parkanlage. Hier werden die Dimensionen China deutlich, alles groß und für viele viele Menschen ausgelegt. Die Chinesen reisen ja bekanntermaßen mittlerweile auch im eigenen Land sehr viel. Zum Glück war es jetzt fast menschenleer. Nach dem man die Eintrittskarten gelöst hat, wird man mit Shuttlebussen über das Gelände gefahren und an den entsprechenden Haltestellen und Aussichtspunkten raus gelassen und steigt dann über vorgegebene Wege und Holztreppen auf die Berge. Es macht alles Sinn, sonst wäre die Natur schnell zertrampelt, denn die Chinesen, naja andere sicher auch, sind gnadenlos. Die ganze Organisation, die wir später auch noch bei anderen großen Sehenswürdigkeiten erleben sollten, ist schon sehr gut durchdacht.

          

Die Gesteinsformationen der Regenbogenberge sind beeindruckend, verschiedene Gesteinsschichten in roter, blauer, grüner Farbe. Leider war der Himmel bewölkt, sodass die Farben auf den Bildern nicht wirklich zum Tragen kommen. Ich kann derzeit auch nur einzelne Handybilder hochladen, weil das Internet nicht mehr zulässt.

Zurück aus den Bergen haben wir die Stadt Zhangye erkundet. Sie ist gar nicht touristisch und wir sehen so das chinesische Alltagsleben. In einem Lokal erleben wir ein Essen, Gemüse und Fleisch und eine würzige Sauce, dass am Tisch, in den eine  Induktionsplatte eingelassen ist,  in einem Topf gart. Und das alles ohne ein Wort zu verstehen und mit einer schlechten Handyübersetzung. Es hat sehr lecker geschmeckt, war nur, wie oft, für uns beide viel zu viel.

                      

Die Stadt ansich hat keine besonderen Highlights, ach so ja, ein großer liegender Buddha, der aber mit seiner ganzen Tempelanlage uns sehr lieblos vorkam. Wenn es keine richtig große Touristenattraktion ist, scheinen Tempel hier eher ein belangloses Dasein zu fristen, zumal es ja auch keine Mönche mehr gibt, die sich darum kümmern.

     Birgit hatte beschlossen hier ihren mitgebrachten Mundschutz aufzuziehen, ja weil, das muss ich auch gestehen, die Luft schon ganz schön dicke und auch voller Staub war!

            Hier noch ein paar Eindrücke aus dem Stadtmittelpunkt, man sieht, dass es grau und diesig war.

 

 

Zugfahrt nach X’iang – Birgit treffen und gemeinsam weiterreisen

Am 24. März bin ich von Kunming mit dem Zug weiter nach X’iang gereist. Es war mein erstes Zugerlebnis und ganz schön spannend. Der Zug war für 19:40 Uhr von mir per Internet gebucht. Ich hatte eine E-Ticket Bestätigung, die ich im Bahnhof in ein Ticket umwandeln sollte. Zum Glück habe ich noch am Tag zuvor mir eine Nachricht in chinesischen Zeichen heruntergeladen, die besagte, dass ich ein Ticket brauche und meine E-Ticketnummer enthielt. Das war richtig gut. Im Bahnhof angekommen muss man als erstes durch eine Sicherheitskontrolle, wie bei uns am Flughafen. Dann stand ich vor einer Reihe von Automaten, die nur chinesisch hergaben. Ich sprach einen jungen Mann an, der zwar kein Englisch verstand, aber gewillt war mir zu helfen. Ihm zeigte ich mein Handybild. Er brachte mich zu einem Bahnmensch, der auch nur was mit meinem Handybild anfangen konnte. Er wies mir den Weg in eine Hall in der Ticketschalter, mit langen Schlangen davor, waren. Ich stellte mich an. Vor mir die Chinesen machten lange Palaver und die Uhr zeigte schon 19 Uhr. Als ich endlich beim Schaltermenschen angekommen war, ihm mein Handy gezeigt hatte, machte er mir klar, dass ich in der falschen Reihe stand und zum Schalter 2 gehen musste. Mir wurde heiß und kalt zugleich, weil ich befürchtete dort wieder in einer Schlange zu stehen und die Uhr zeigte schon 19:10 Uhr. Meine Befürchtung war zum Glück umsonst, am Schalter 2 war keine Schlange, aber auch hier war ich noch verkehrt, Schalter 1 war richtig. Dort half wieder mein Handy und die Frau druckte mir ein Ticket aus. Jetzt hieß es zügig durch die nächste Kontrolle, Ticket und Pass, zu gehen, um dann über die Rolltreppe in die Abfahrtshalle zu gelangen. Hier muss man nun das richtige Gate finden, von dem aus es dann auf den Bahnsteig geht. Ich sprach immer wieder Menschen an, zeigt Ihnen mein Ticket und beim dritten Versuch, es war mittlerweile 19:33 Uhr , zeigt mir eine junge Frau das richtige Gate. Der Eingang war schon offen, über eine Rolltreppe gelangte ich auf den Bahnsteig, fand auch den Wagen 2, an dem mich die Aufpasserin für den Softsleeperwagen empfing und zu meinem Abteil und Bett geleitete. Es war 19:38 Uhr als ich mich aufatmend auf meinen Platz fallen lies und der Adrenalinspiegel mich zu einem glücklichen Puhhhhhh und Danke veranlasste. Ich hatte meine Feuerprobe Zugreise in China bestanden und wusste jetzt wie es funktioniert.

  Das war mein Softsleeperabteil, was ich im Laufe meiner Reise mit etlichen Männern teilte. Da war leider nicht viel Kommunikation möglich, keiner sprach nur annähernd englisch. Verständigung mit Händen und Lächeln gab es nur, wenn ich ihnen meinen Ladestecker fürs Handy lieh, weil deren meist bei der Steckdose nicht funktionierte. Hier konnte ich punkten!!

Okay 36 Stunden Zugfahrt geht auch rum, zwei Nächte mit viel Geratter und wenig Schlaf. Angekommen in X’iang 6:30 Uhr stand, wie verabredet,  am Bahnhofsausgang ein Mann mit einem Schild mit meinem Namen darauf. Er brachte mich mit dem Auto zu meinem Hotel, was mitten in der Stadt lag. Ausgiebig frisch machen, erste Orientierung draußen drum herum und dann warten, denn so gegen 14 Uhr sollte Birgit ankommen. So war es auch, pünktlich kam sie strahlend aber müde zur Hoteltür herein. Ab jetzt begann unsere gemeinsame Reise und unser gemeinsames Bemühen uns verständlich zu machen. Nach einem Abendessen in einem modernen Lokal, indem alles frisch, von Köchen denen man zuschauen konnte, zubereitet wurde. Die verschiedenen Kellnerinnen waren sehr um uns bemüht und gleichzeitig amüsiert, weil wir überall rätseln mussten.

Ich hatte mir zwar extra eine App aufs Handy geladen, die meine Gesprochenes ins Chinesische übersetzt. Was ich nicht bedacht hatte, dass das nur mit Internet funktioniert und ich zwar im Hotel WLAN habe, aber sonst eben nicht. Für die Zukunft habe ich mir wichtige Sachen aufgesprochen, die dann auch offline zu lesen und auch zu hören sind.

Am nächsten Tag wurden wir gleich nach dem Frühstück abgeholt und mit einem PKW zu der Terrakottaarmee, zu dem ganzen Museumskomplex, gefahren. Was waren wir froh, als und klar wurde, dass wir zwar ganz außerhalb der Reisesaison sind, dafür aber die Massen der Besucher vielleicht eher bei 10 000 lagen, als vielleicht 1000 000, wie das ganze drumherum vermuten lässt.

        

Es ist beeindruckend, kein Gesicht und kein Mann gleicht dem anderen, eine künstlerische Hochleistung. Aber auch die Ausgrabung und Wiederherstellung ist eine große Leistung und wie man sehen kann noch lange nicht abgeschlossen.

Zurück in X’iang begaben wir uns zur Stadtmauer, von der wir gelesen hatten, dass sie 14 km um die Altstadt geht und dass man sie mit dem Fahrrad befahren kann. Auf der Mauer angekommen fanden wir auch den ersten Fahrradverleih. Ich ging hinein und eine Frau fragte mich barsch, wie alt ich sei. Nach kurzem zögern und überlegen sagte ich sechzig. Daraufhin machte sie deutliche Zeichen und sagte no, to old. Ich protestierte, aber es half nichts. Also raus aus dem Laden und wer mich kennt, so schnell gebe ich nicht auf. Auf der anderen Turmseite war nochmals ein Verleih. Jetzt musste Birgit vor und wir hatten verabredet sie sagt vierzig. Ergebnis, sie wurde nicht gefragt und das Ticket für zwei Mountainbikes hatte sie. Es erwies sich gut, dass es Räder mit dicken breiten Reifen waren, denn die Pflasterung auf der Mauer war sehr uneben. Jetzt konnten wir in einer wunderbaren Abendstimmung die Altstadt umrunden und gleichzeitig den Blick auf die Bebauung drumherum, unglaublich viele, eigentlich nur, Hochhäuser von bis zu18 Stockwerken. Dieses Phänomen, Hochhausstädte von unglaublichem Ausmaß begegnet uns jetzt überall. Ja wo sollen auch über eine Milliarde Menschen, hier in X’iang 3,5 Mill, auch wohnen.

      

Ein kühles „Helles“ auf der Außenterrasse eines Backpackerlokals rundete den Tag erfolgreich ab

Am nächsten Tag geht es, dieses Mal mit dem Transrapid Katergorie D, 7 Std, weiter nach Zhangye auf der Seidenstraße.

Ankommen in China Kunming

Zum Grenzübergang ist noch zu sagen: bei der Gepäckkontrolle half offensichtlich mein Visa, ich würde durchgewunken. Zum Einreiseformalitäten half ein netter Grenzer. Bei der Passkontrolle wurde lange geschaut und geblättert, dann die Frage, ob das die erste Einreise in China ist. Ich bejahte es und weiter ging es zur Hygienekontrolle. Dort musste ich dann meinen Koffer öffnen und ein Grenzer wuschelte mit behandschuhten Händen durch meine Sachen und winkte weiter.

Dann kam für mich der Punkt, wo der Kulturschock begann: es war eine dreispurige Autobahn auf der es nun weiterging. Das war nach den Straßenverhältnissen von Laos und ganz besonders an der Grenze doch erstaunlich für mich. 667 km nach Kunming stand auf einem Schild und dafür sollten wir noch 12 Stunden brauchen. Naja Autobahn hieß für unseren Bus sicher nicht mehr als 60 km/Std und dann auch noch eine zweistündige Pause an einer dunklen Raststätte. Doch bevor wir diese erreichten, plötzlich ein Stau (jetzt kam ich mir fast wie Zuhause vor!!). Nach ungefähr 20 Minuten zeigte sich der Grund eine Polizeikontrolle für alle Fahrzeuge. In unseren Bus kam ein Polizist und kontrollierte die Pässe. Bei meinem Pass schien ihm etwas nicht zu gefallen und er nahm ihn mit. Als er im Bus durch war, wollte ich beim seinem Weg zurück meinen Pass wieder haben, er verneinte dies und nahm ihn mit nach draußen. Hier blätterten nun drei Polizisten und die beiden Busfahrer den Pass auf und nieder. Sie schauten etwas im Handy und riefen dann einen jungen Polizisten hinzu. Dieser schaute ebenfalls, klappte ihn zu und gab ihn dem Busfahrer in die Hand. Dieser stieg ein und reichte mir meinen Pass. Ich geb zu, das sind schon etwas sehr eigene Situationen, bei denen ich ein leichtes Gefühl des ausgeliefert seins hatte.

Um 8:15 Uhr kamen wir in Kunming am großen Busbahnhof an. Nachdem ich mich etwas gerichtet hatte, steuerte ich mit der Masse auf den Ausgang zu. Dort standen eine Reihe Taxis. Zum Glück hatte ich mit ja den Namen und die Adresse des Guesthouses, in chinesischen Schriftzeichen, auf mein Handy, aus der Booking.com com Bestätigung, fotographiert. Es dauerte drei Taxis weit, die ersten beiden winkten ab, bis endlich der dritte zustimmte und mich einsteigen lies. Puh, erste Hürde geschafft, wenn er mich jetzt auch wirklich dahin bringt wo ich hin will und der Preis stimmt. Der Taxifahrer suchte in seinem Handy nach der Adresse und reicht mir einen Zettel mit der Zahl 70. Ich stimmte zu 70 Yuang war der Preis, der auch angesagt war.

       

Lost Garden Guesthouse, mitten in der Stadt und gleich beim green lake park, nette englischsprachige Besitzer und eine Map zur Orientierung in der Stadt, was wollte ich mehr. Mein Zimmer war jetzt nicht der Renner, aber sauber und es gab warmes und kaltes Wasser zum Duschen und ehrlichen (naja irgendwann wurde es auch zuviel) Jasminduft von einem blühenden Strauch direkt vor meinem kleinen Fenster.

   Ihr seht, Kunming ist gut verkabelt, auf dem neusten Stand!!

Der green lake park war sehr schön und so voller Menschen, die tanzten, Musik machten oder nur einfach ausruhten.

     

Am Abend ließ ich mich animieren mit zu tanzen. Die als Mikel Jackson zurecht gemachte ältere Frau hatte einen riesigen Lautsprecher aufgebaut und spielte von ihrem Handy amerikanische Musik ab, zu der sie und andere Frauen tanzten – warum also nicht auch ich. Es war ein amüsantes Erlebnis mit viel Herzlichkeit zum Schluss.

Die zwei Tage in Kunming waren wunderbar um in China anzukommen. Ich verstand zwar meistens nichts, bzw. die Menschen verstanden auch mich nicht. Lächeln half immer und ich habe alles bekommen was ich wollte.

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Von Luang Prabang nach Kunming in China

Am Mittwoch morgen war es soweit. 6:00 Uhr stand das Tuktuk vor dem Guesthouse und der Fahrer, der mich schon 2013 oft zum Airport oder sonst wo hin gefahren hat, fuhr mich zur Busstation, wo um 6:30 das Boarding für den Bus nach Kunming angesagt war. Auf dem Weg durfte ich dreimal an unterschiedlichen Stellen die Mönche bei ihrem Almosengang erleben. Es hat mich auf besondere Weise berührt.

Der Bus startete pünktlich um 7 Uhr.  Ich hatte den Platz 9, der sich für mich während der Fahrt als sehr günstig erweisen sollte. Es war der Liegeplatz rechts an zweiter Stelle. Wer noch nie in einem Sleeperbus in Laos gefahren ist, kann das nicht nachvollziehen. Ich erkläre es. Es gibt rechte Seite ca 20 Plätze, in Doppelreihe übereinander. Dann gibt es die gleiche Anzahl in der Mitte und linke Busseite. Wenn man die Straßen in Laos kennt und ich habe jetzt nochmals neu die Straßen durch die Berge im Norden kennengelernt, der weiß, dass oben die meisten Schwankungen sind und in der Mitte hast du praktisch den ganzen Tag kaum Aussicht. Also, was war mein Glück, ich konnte im Sitzen nach vorne etwas rausschauen und im Liegen die vorrüberziehende Welt gut beobachten. 28 Stunden im Liegen, mit nur kurzen Pausen zum Pinkeln oder zweimal eine halbe Stunde an einer Busstation ist schon eine Herausforderung.

            

  Mein Lieblingsverkehrsschild auf der Reise. Ich weiß nicht wer, vielleicht Deutschland Laos diese Schilder verkauft oder geschenkt hat. Sie stehe überall und dauernd, doch ich habe an keiner Stelle das Gefühl gewonnen, dass sie einer lesen noch beachten will. Wer die Fahrweise der Bus- und Lkwfahrer erlebt hat, weiß, dass es offensichtlich nur sie auf der Straße gibt.

      

Ich habe mir zwischendurch in mein Reisetagebuch geschrieben: es ist nichts für Weicheier und Rückenkranke. Im Nachhinein oder schon während der Fahrt habe ich für mich festgestellt, wie gut es ist so zu reisen und nicht mit einem Hüpfer, sprich Flug, die verschiedenen Kulturen zu durchreisen. Ich habe den Unterschied von Laos und China hautnah uns spürbar erlebt. Es hat mich sehr bewegt und ich will auch beschreiben was es ausmachte. Ich kenne nun Laos schon durch meinen Aufenthalt von einem Jahr. Ich habe damals schon den chinesischen Einfluss oder die Einkäufe der Chinesen erlebt und war immer entsetzt, wie Laos zulässt, dass es buchstäblich aufgekauft wird. Das hat sich bei meinem diesjährigen Aufenthalt weiter bestätigt. Alle größeren Autohäuser oder Geschäfte haben chinesische Schriftzeichen on the top.

Bei meiner Busfahrt wurde deutlich,  je mehr ich in den Norden oder näher zu China  kam,  dass überall laotische und chinesische Schrift gleichzeitig zu sehen sind..

Es gab größere Fabriken, die offensichtlich neu gebaut waren und eindeutig, durch die große Beschriftung entlang der Fassaden, erkenntlich, chinesische Fabriken waren. Oder die neue Eisenbahntrasse, die von den Chinesen praktisch in die Landschaft gehackt wird und unaufhaltsam fortschreitet.

Das besondere Erlebnis war dann die eigentliche Grenze. Rotstaubige Straße, Lastwagen an Lastwagen, soweit das Auge reicht und der Busfahrer, der sich durchdrückt, denn er will ja seinen Reiseplan einhalten.

Jetzt musste es mal schnell gehen mit dem Beitrag, ich werde abgeholt zum Bahnhof in Kunming und wer weiß wann ich wieder so gutes Internet bekomme.

Was treibt frau in Luang Prabang

Heute gebe ich es auf Fotos hochzuladen, das Internet frisst meine ganze Geduld. Also der Beitrag ohne viel Fotos und fertig.

Die Halbzeit meines Laos Aufenthaltes ist schon überschritten und das Ticket für die Busfahrt nach Kumning in China  am 21.3. ist gebucht.

Mit Monica erlebe ich Luang Prabang und viele Menschen nochmals neu. Das wunderschöne Jumbo Guesthouse liegt etwas außerhalb, 20 Minuten mit dem Fahrrad am Mekong entlang.

     

Das Guesthouse hat 3 Zimmer, einen offenen Aufenthaltsbereich und eine herrliche Terrasse zum Mekong. Die Sonnenuntergängen sind legendär und ich verpasste keinen. Pünktlich um 17:40 rötet sich die Sonne und versinkt 30 Minuten später, meist als roter Feuerball im tiefen Einschnitt zwischen zwei Bergen.

Immer wieder beeindruckend sind die Märkte in Laos, sei es nun der legendäre Morgenmarkt in der Stadt oder die vielen Märkte in jedem Stadtteil oder kleinen Dorf. Alle frischen Lebensmittel werden praktisch nur auf den Märkten gehandelt. In den vielen Geschäften die entlang der Straße tausendfach zu finden sind bekommt man eingepackte und feste Ware, unverpackt allemal nur die verschiedenen Sorten Reis, die ja auch in großen Mengen benötigt werden. Für Laos typisch ist der Sticky- oder Klebereis der zu kleinen Bällchen in der Hand gerollt zur Aufnahmen des übrigen Essens dient. Sitckyreis wird über Nacht eingeweicht und dann über Dampf in speziellen Bastkörben gegart. Ich liebe Stickyreis, wenn er in den kleinen Bastbehältern zum Essen gereicht wird.

Am Sonntag waren wir mit einigen Falang Frauen (so werden Ausländer in Laos genannt) eingeladen das Potterydorf auf der anderen Mekongseite zu besuchen. Mit einem Boot von Adele fuhren wir 30 Minuten flussabwärts. Das Potterydorf wird selten von Touristen besucht. Eine junge laotische Familie, er hat hier eingeheiratet und Tourismus studiert versucht nun das Dorf sein Angebot zu vermarkten. Neben einer Schauwerkstatt bieten sie eine original laotisches Menü an. Es gab Laab aus Fisch, Papayasalat, Nudelsuppe mit Ei und die frittierten Flussalgenblätter mit Sesam, sehr lecker. Alles wurde auf Bambusschalen serviert und wir aßen von Bambusschalen mit Bambuslöffeln.  Am frühen Nachmittag ging es dann mit einem kleinen schmale Boot der Einheimischen, bei dem man flach über dem Wasser hintereinander sitzt, zurück nach Luang Prabang.

Hier noch ein paar Gegebenheiten, die das Alltagsleben hier anschaulich machen.

Reifenwechsel nach einem Plattfuß an Monicas rotem Autochen.

        

Besuch in Suan Maak das Guesthouse in dem ich vor drei Jahren wohnte. Freudig begrüßt haben mich Poen, Butah und Sen, die dort immer noch für das Wohl der Gäste sorgen.

Wie bleibt frau fit unterwegs ist ja auch ein Thema. Naja da gehe ich doch mal mir Monica in die Muckibude zum Gewichtheben. Der Muskelkater hielt sich in Grenzen, immerhin hatte ich in Wetzlar extra einige Stunden im FitnessStudio beim TV verbracht.

 

 

Luang Prabang und Freunde treffen

Für Jetlag blieb nicht viel Zeit. Bei Monica war volles Hause und ich wollte auf Erkundungstour gehen und vor allem meine Freundin Irene treffen, die nur noch wenige Tage hier ist. Also nach ausgiebigem Frühstück auf der herrlichen Terrasse machte ich mich mit dem Fahrrad (gut für meine sportliche Betätigung!!) auf in die Stadt.

Den Weg kannte ich, am Mekong entlang auf der dirtyroad. Hier wird gerade gebaut und die Straße wird demnächst asphaltiert. Ich war diese Straße schon oft gefahren, denn sie führt bei den Papierherstellern, der Seidenweberei, dem deutschen Metzger und der ehemaligen Preshool vorbei.

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Mit den Mopeds und Rollern fuhr ich über die schmale Brücke und dann ins Städtchen zum Guesthouse,  wo Irene immer unter kommt, wenn sie in Laos ist.

Irene betreibt seit vielen Jahren ihr eigenes Laoshilfsprojekt Freunde Laos e.V., nur wenige Mitglieder aber hochwirksam. Übers Jahr sammelt Irene Geld durch Vorträge und Basare und mit Mitgliedern, die Patenschaften übernommen haben. Immer im Januar und/oder Februar fährt sie für mehrere Wochen nach Luang Prabang und vergibt ihr Geld an Schulprojekte und sie trifft die Patenkinder oder junge Erwachsene.

Hier hat sie einen Jungen ins Kloster vermittelt, weil er hier gut versorgt wird und vor allem eine gute Schulbildung erhält. Mönche im laotischen Kloster können auch wieder in weltliche Leben wechseln, was viele jungen Männer auch machen nach erfolgreicher Schulbildung.

Es ist für mich herzerwärmend, wenn Irene von ihren Projekten und Besuchen in den oft abgelegenen Dörfern berichtet. Ich habe mich sehr gefreut sie hier wieder zu treffen. Nach einem Plauderstündchen bei Laokaffee fuhr ich wieder mit dem Rad, 25 Minuten, zurück, denn ich wollte vor der Dunkelheit, Straßenbeleuchtung gibt es auf der Straße am Mekong nicht,  die hier pünktlich um 18:15 einsetzt zurück sein.

Am nächste Tag war Wellness und Begleitung von Monica angesagt. Mit ihrem roten chinesischen Autochen fuhren wir in die Stadt. Monica stellt Marmelade, Tamasat, aus vielen leckern Früchten  her. Just dazu hatte ich ihr ja auch Gelierfix aus Deutschland in größerer Menge mitgebracht. Ich durfte sie bei der Auslieferung zu einem Hotel mit deutschem Manager begleiten. Anschließend gingen wir ins Hibiskus zu einer, von mir so geliebten, Fußmassagen. Und dann, das werdet ihr in Deutschland kaum verstehen, fuhren wir zu Mimi, Monicas Favorit und ließen uns für 15 000 KIP, 1,50 €,  die Haare waschen, was eine  20minütigen Kopfmassage darstellt :)). Gewöhnungsbedürftig ist nur das kalte Wasser, aber bei der hhohen Außentemperatur und nach dem ersten erschrecken (von mir) ist es (fast) erfrischend.

Der nächste Tag ist der 8.März, International women day, in Laos ein Feiertag. Monica hatte mir schon angekündigt, dass sie zu einem Lunch mit Falang Frauen (Ausländerinnen in LP) eingeladen sei und sie hatte mich mit angemeldet. Treffpunkt war um 12 Uhr im Okpok, ein schönes Restaurant am Mekong und eine bekannte Seidenweberei. Hier trafen sich 14 Frauen aus unterschiedlichen Ländern, die in LP leben und arbeiten. Auf einem Plakat sollte jede Frau aufschreiben, was sie in diesem Jahr für women empowerment  tun wollen. Education stand ganz vorne dran. Ich habe aufgeschrieben, dass ich an einem Business arbeiten will bei dem laotische Frauen Geld verdienen können und deutsche Frauen auch. Meine Idee ist hier von den Frauen produzierte Stoffe einzukaufen und in Deutschland daraus z.B. Röcke oder Kleider herzustellen und zu verkaufen. Das ist ein Ziel das ich, wenn ich zurück bin, verstärkt angehen will. Das  Nähprojet für die geflüchteten Frauen kann ein Baustein sein. Beim Frauenlunch wurde noch über die Situation der Frauen hier in Laos diskutiert. Eine Laoten erklärte, dass die jungen Mädchen heiraten, um versorgt zu sein. Sie arbeiten viel im Haushalt und für die Kinder, aber das Sagen haben doch meist die Männer. Laos nimmt, was Frauen im Parlament anbelangt einen der hinteren Plätze in der Weltländerliste ein.

                  

 

 

 

Die ersten Tage in Laos

Ankunft Airport

Mein Wunsch wieder nach Laos zu kommen hat sich nun erfüllt. Es war ein bisschen wie nach Hause kommen. Monica hat mich am Flughafen erwartet und in ihrem kleinen roten Autochen zu ihrem wunderbaren Guesthouse gebracht. Die Hitze, hier sind tagsüber an die 30 Grad hat mich ganz schlagen, immerhin war ich bei -5 Grad in Wetzlar abgereist und entsprechen warm angezogen. In Bangkok gab es noch eine kleine Verzögerung. Beim Boarding meinte die Stewardess, das ich ohne Rückflugticket nicht einreisen könnte. Ich erzählte ihr, dass ich mit dem Bus weiter nach China fahren würde und sie wollte mein Busticket sehen, was ich ja noch nicht habe. Sie rief dann ihre Vorgesetzte auf den Plan, die der gleichen Meinung war und rumtelefonierte, um sich rückzuversichern. Sie wollte dann noch wissen wieviel bares Geld ich bei mit hätte. Ich gab ihr Auskunft und habe ihr gesagt, dass ich schon in Laos war, dort oft aus- und eingereist sei, ohne dass jemand ein Ticket von mir sehen wollte. Die Abflugzeit rückte immer näher und alle anderen Flugpassagiere waren schon an Board. Dann sagte die durchaus freundliche und sehr bemühte, Angestellte mir, das sie mich jetzt auf eigene Verantwortung mitnähmen, dass es aber durchaus sein könnte, dass ich in Laos Probleme bekäme. Mit mir stand noch eine junge Frau, die das gleiche Problem hatte und sehr verunsichert war. Ich versicherte ihr, in voller Überzeugung,  dass  das schon alles gut gehen würde. Der Flieger flog mit einiger Verspätung ab. In Luang Prabang angekommen fülllte ich den Visaantrag und das Einreiseformular aus uns stellte mich in die Schlange vor den Schaltern. Und es war, wie ich es mir schon gedacht hatte, keiner fragte nach ihrendeinem Ticket, kassierte die 31 $ für das Visa und durch war ich und die junge Frau, total erleichtert, auch. Im Guesthouse angekommen, begrüßten mich die beiden Hunde von Monica und bezog ich mein schönes Zimmer und genoss den ersten Laokaffee.

Am Nachmittag fuhr ich dann mit Monica, sie hatte einen Kochauftrag für eine jüdische Hochzeitsgesellschaft, in die Stadt und ging als erstes zum Platz mit den vielen Ständen, an denen, die von mir so geliebten, eiskalten Fruchtdrinks angeboten werden. Ich bestellte „meinen“ Lemondrink und genoss ihn in vollen Zügen. Auf der Straße wurde gerade der Nachtmarkt aufgebaut und Ich entdeckte den Suppenstand an der Straßenecke, wie ich es kannte, an dem vorwiegend die Laoten essen oder ihre Suppe für Zuhause kaufen. Lächelnd lies ich mich dort nieder und wollte gerade bestellen, als mich meine Nachbarin, eine Laotin anschaute. Ich konnte es kaum glauben, es war Linda, Besitzerin der Preshool, bei der ich damals gearbeitet hatte. Die Verblüffung und dann Freude war auf beiden Seiten. Ja es war wie nach Hause kommen. Die Suppe schmeckte vorzüglich und ich fühlte mich glücklich. Anschließend ging ich auf die Foodstreet und sucht den Stand mit der jungen Frau, bei der ich immer meinen Papayasalat gekauft hatte. Sie war da, wo ich sie vermutet hatte und der Papayasalat, den ich mir als Abendessen mit zum Guesthouse nahm, war würzig, scharf und einfach lecker. Dass mein erster Tag sich so gestalten würde hatte ich mir in keinem meiner Träume ausgemalt.

                                                

Der Anfang war die Erfahrung mit der hohen Sicherheit – oder Propolis führt zur Hochsicherheitsüberprüfung

Alles fängt gut an, auch wenn es fasst nicht so aussieht. Beim einchecken in Frankfurt musste ich bei der Sicherheitsüberprüfung   als erstes alles ausziehen bis aufs Shirt und Hose. Abtasten bis auf die Fußsohlen und dann kam ein Sicherheitsmensch auf mich zu und bat mich zur Seite und meinte er habe eine undefinierbare Flüssigkeit in meinem Gepäck entdeckt und er müsse eine Meldung machen. Kaum gesagt stellten sich drei Grenzpolizisten, bewaffnet und mit grimmigem Blick um mich auf. Ich stand etwas verunsichert da im Tshirt und ohne Schuhe. Der mir am nächsten stehende forderte mich als erstes auf mein iPad aufzumachen, was er dann in die Hand nahm und untersuchte. Dann inspizierte er meinen Bauchgurt und nahm damit meinen zweiten Pass in die Hände. Ich erklärte ihm meine Reise und dass der zweite Pass dem zusätzlichen Visa für China geschuldet sei, was er vielsagend benickte. Dann inspizierte er alle Taschen und dann meine kleine Kulturtasche, die der Auslöser für den ganzen Aufstand war. Darin befand sich das besagte Propolisspray, was ich für die Mundhygiene benutze und was den Sicherheitsleuten suspekt war. Der Grenzpolizist wog es in der Hand, ich erklärte ihm was es ist, was auch darauf steht und das überzeugte ihn. Er nickte, seine beiden Kollegen ebenso und sie meinten, sie können einpacken. Ich entspannte mich, wirklich verunsichert war ich nicht, denn ich war mir sicher, dass ich keine kriminellen oder terroristischen Absichten hatte. Ich packte ein, zog mich an, schnürte die Schuhe und drückte bei der elektronischen Abfrage ob ich den Sicherheitsdienst im Airport gut finde, ihr werdet es nicht glauben, schmunzelnd den grünen Knopf :)).